Ein wichtiger Schritt für unsere Zukunft:
Wir erhalten ein startsocial-Stipendium
Wir erhalten ein Stipendium, das uns die Möglichkeit gibt, uns vier Monate lang intensiv mit einer Frage zu beschäftigen, die für unsere Zukunft wichtig ist:
Wie können wir unsere Arbeit so finanzieren, dass betroffene Familien und Fachpersonen auch langfristig auf unsere Begleitung zählen können?
Von November 2026 bis Februar 2027 werden uns zwei ehrenamtliche Coaches von startsocial begleiten. Gemeinsam mit ihnen möchten wir Antworten finden, Möglichkeiten prüfen und vor allem erste konkrete Schritte gehen.
Von der Selbsthilfe zum hessenweiten Netzwerk
Wenn wir darauf schauen, wie unsere Vereinsgeschichte begann, erscheint es uns oft unwirklich, wo wir heute stehen.
Es war 2017, als sich eine kleine Gruppe von Menschen einmal im Monat in einer Kirche traf. Jede:r war selbst vom frühen Versterben seinen/ihres (Enkel) Kindes betroffen. Sie wollten sich und anderen Betroffenen einen Ort geben, an dem sie mit ihrer Trauer sein können, ohne viel erklären zu müssen.
Daraus ist über die Jahre immer mehr entstanden.
Heute begleiten 45 ehrenamtliche und sieben hauptamtliche Menschen Familien, deren Kinder in der (frühen) Schwangerschaft, bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr verstorben sind. Wir bieten Selbsthilfe- und Trauergruppen an, begleiten Familien individuell, vermitteln Patenschaften, sind während einer Folgeschwangerschaft da und haben sogar einen Regenbogenkinder-Treff, an dem Betroffene mit ihrem Folgekind teilnehmen können.
Wir teilen Wissen mit Hebammen, Ärzt:innen, Pflegekräften und weiteren Fachpersonen, bringen Menschen und Einrichtungen zusammen und machen auf Versorgungslücken aufmerksam. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass das Thema früher Kindstod einen Platz in unserer Gesellschaft bekommt und Familien die Unterstützung finden, die zu ihnen passt.
Aus einer Selbsthilfeinitiative ist Schritt für Schritt ein hessenweiter Verein geworden und mit jedem seiner Schritte wächst auch die Verantwortung, das Geschaffene zu erhalten.
Damit aus Unterstützung Verlässlichkeit wird
Alle unsere Angebote für betroffene Familien sind kostenfrei. Das ist uns wichtig, damit jede:r Unterstützungssuchende auch Hilfe bekommt, unabhängig von finanziellen Mitteln.
Damit das möglich ist, braucht es jedoch vieles, was von außen oft kaum sichtbar ist. Es braucht:
- Menschen, die erreichbar sind, wenn eine Familie Hilfe sucht
- Menschen, die Gruppen begleiten
- Räume, in denen Begegnung möglich wird
- Fachwissen, das geteilt werden kann
- Austausch mit Kliniken, Hebammen, Beratungsstellen und anderen Einrichtungen
- Erweiterung unseres Netzwerkes, damit Angebote auch dort aufgebaut werden können, wo Familien bislang lange Wege haben oder Unterstützung gänzlich fehlt
Vor allem aber braucht es Strukturen, die all das miteinander verbinden.
In den vergangenen Jahren haben Förderpartner:innen entscheidend dazu beigetragen, dass wir diese Strukturen aufbauen konnten.
Jetzt möchten wir den nächsten Schritt gehen und unsere Finanzierung breiter aufstellen.
Wie lässt sich unsere Arbeit langfristig finanzieren?
Spenden, Fördermitgliedschaften, Bußgelder, Unternehmenskooperationen, Stiftungen oder öffentliche Förderung – auf den ersten Blick scheint es viele Möglichkeiten zu geben, die Arbeit eines gemeinnützigen Vereins zu finanzieren.
In der Realität ist es deutlich schwieriger, denn die meisten Förderprogramme sind an bestimmte Themen, Zielgruppen oder zeitlich begrenzte Projekte gebunden.
Eine weitere Herausforderung ist es, dass zahlreiche Förderungen neue Projekte unterstützen. Was wir jedoch vor allem brauchen, ist eine verlässliche Finanzierung unserer bestehenden Strukturen.
Schließlich möchten wir, dass unsere Arbeit dauerhaft förderfähig bleibt und wir zuverlässig für Familien und Fachpersonen da sein zu können, wenn ein Kind viel zu früh verstorben ist. Und das lässt sich häufig schwerer über klassische Projektförderungen finanzieren.
Aus diesem Grund möchten wir herausfinden, wie ein tragfähiger Finanzierungsmix für unseren Verein aussehen kann: Welche Wege sind für uns realistisch? Wo können wir langfristige Partnerschaften aufbauen? Welche Formen der Finanzierung können unsere bestehenden Strukturen absichern? Und gibt es Möglichkeiten, Teile unserer Arbeit eines Tages stärker in bestehende Versorgungsstrukturen einzubinden?
Diese Fragen haben wir in unsere Bewerbung bei startsocial einfließen lassen.
Wir wissen, wofür wir unsere Arbeit machen und wohin wir uns entwickeln möchten.
Für den Weg dorthin wünschten wir uns jedoch neue Perspektiven, Erfahrung von außen und Menschen, die gemeinsam mit uns genauer hinschauen.
Vier Monate Fundraising-Coaching mit startsocial
startsocial unterstützt soziale Initiativen dabei, sich weiterzuentwickeln. 100 Initiativen aus 14 Bundesländern wurden für den aktuellen Stipendienjahrgang ausgewählt. Wir dürfen eine davon sein und freuen uns sehr darüber.
Von November 2026 bis Februar 2027 werden zwei ehrenamtliche Coaches mit uns an unserem Schwerpunkt Fundraising arbeiten.
Dabei wünschen wir uns mehr als ein fertiges Konzept am Ende der vier Monate. Wir möchten gemeinsam mit den Coaches sortieren, priorisieren, ausprobieren und erste Schritte umsetzen, denn die nachhaltige Finanzierung unseres Vereins ist für uns kein Selbstzweck.
Sie bedeutet, dass jemand ans Telefon gehen kann, wenn eine Familie Unterstützung sucht, Selbsthilfe- und Trauergruppen verlässlich stattfinden können und wir Fachpersonen Wissen an die Hand geben und weiter daran arbeiten können, unser Netz zu erweitern, das Familien nach frühem Kindstod auffängt und begleitet.
Diesen Weg möchten wir sichtbar machen
Vier bedeutsame Monate liegen vor uns. Wir wissen heute noch nicht, welche Antworten am Ende dieser Zeit stehen werden. Deshalb freuen wir uns besonders auf diesen Prozess.
Es wird viel Arbeit auf uns zukommen (Recherche, Gedanken, Gespräche). Unsere ursprünglichen Fragen werden sich möglicherweise verändern. Es wird bestimmt Erkenntnisse geben, die uns weiterbringen, Ideen, die wir wieder verwerfen, und hoffentlich auch Wege, die sich als richtig für uns herausstellen werden.
All das gehört zu unserer Entwicklung dazu und davon möchten wir gern berichten – auf Instagram und LinkedIn.
Unser Ziel bleibt dabei immer dasselbe: Familien, deren Kinder in der (frühen) Schwangerschaft, bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr verstorben sind, sollen in Hessen eine verlässliche Begleitung und Unterstützung finden – heute und zukünftig.
Das startsocial-Stipendium hilft uns dabei, die Grundlage dafür weiter zu stärken. Darauf freuen wir uns sehr.
startsocial unterstützt ehrenamtliches soziales Engagement mit professioneller Beratung. Jedes Jahr erhalten 100 soziale Initiativen ein Beratungsstipendium und werden vier Monate lang von zwei ehrenamtlichen Coaches begleitet.
Unsere Sternenkinder Hessen e.V. gehört zum Stipendienjahrgang 2026/2027. Von November 2026 bis Februar 2027 arbeiten wir gemeinsam mit unseren Coaches am Schwerpunkt Fundraising und an einer langfristig tragfähigen Finanzierung unserer Arbeit.
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