Fachtag

(Er-)tragbare Entscheidungen
Pränataldiagnostik & Früher Kindstod

Fachtag für Fachpersonen, Begleitende und Betroffene
30. Mai 2026 - Orangerie im Günthersburgpark, Frankfurt am Main
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Manche Entscheidungen müssen getroffen werden, obwohl niemand sie treffen möchte – während das Leben ins Wanken gerät. Diese Entscheidungen verändern das Leben nachhaltig und stellen Fragen, für die es keine einfachen Antworten gibt.

Ein Fachtag für Fachpersonen, Begleitende und Betroffene, der sensibilisiert, informiert und unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht. Teilnehmende können sich auf Wissensvermittlung, Austausch, Vernetzung und individuell wählbare, vertiefende Workshops freuen.

Themen auf dieser Seite

Einleitung

Die Pränataldiagnostik bringt immer wieder Fragen mit sich, für die es keine richtigen oder falschen Antworten gibt – nur Wege und die Suche danach, was in dieser Situation tragbar ist.

Für Betroffene ist diese Zeit oft geprägt von Unsicherheit, Hoffnung und Angst, die nebeneinanderstehen. Medizinische Befunde treffen auf existenzielle Fragen. Entscheidungen müssen getroffen werden, während der Boden unter den Füßen brüchig wird. Auch für Fachpersonen und Begleitende sind diese Momente herausfordernd. Zwischen Wissen und Nicht-Wissen, zwischen Nähe und professioneller Verantwortung entsteht ein Raum, der Halt braucht – und eine Haltung, die trägt.

Der Fachtag (Er-)tragbare Entscheidungen lädt dazu ein, sich diesem Raum gemeinsam zu nähern. Unterschiedliche Perspektiven werden sichtbar, nicht um einfache Antworten zu finden, sondern um Orientierung zu ermöglichen.

FORTBILDUNGSPUNKTE FÜR ÄRZT:INNEN SIND BEANTRAGT. HEBAMMEN ERHALTEN EINE TEILNAHMEBESTÄTIGUNG MIT 8 FORTBILDUNGSSTUNDEN

Punkte für Fachpersonen

Tagesablauf

9.30–10.00 Uhr: Markt der Möglichkeiten

Zu Beginn des Fachtages besteht die Gelegenheit, an verschiedenen Info-Ständen mit Angeboten rund um das Thema „pre- und perinataler Kindstod“ ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

10.00–10.30 Uhr: Grußworte

Der Tag beginnt mit einer Begrüßung durch die Veranstalterinnen, gefolgt von Grußworten der medizinischen Leiterin des Fachtags, Dr. Katharina Thilke. Annelie Eichhorn-Adler führt als Moderatorin durch das Programm.

10.30–11.30 Uhr: Vortrag von Franziska Maurer

Erschütterung in der frühen Elternschaft, Umgang mit vorgeburtlichen Diagnosen und dem weiteren Elternsein.

11.30–12.15 Uhr: Vortrag von Yvonne Zelter

Zwischen elterlicher Fürsorge und Autonomie: Ethische Dilemmata der Pränataldiagnostik.

12.15 –13.15 Uhr: Mittagspause

Mittagessen inklusive. Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und Stärkung. Vegane und vegetarische Optionen stehen zur Verfügung.

13.15–14.15 Uhr: Vortrag von Birgit Rutz

Wege nach vorgeburtlicher Diagnose. Möglichkeiten, Konsequenzen und Begleitungsbedarfe.

14.15–15.15 Uhr: Podiumsgespräch

„Was braucht Begleitung in diesen Grenzerfahrungen?“ 
Einblicke aus Betroffenenperspektive, Bedarfe und gelingende Begleitung – Impulse für Haltung und Praxis.

15.15–15.45 Uhr: Nachmittagspause

Bei warmen oder kalten Getränken Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und das bisher Erlebte sacken lassen.

15.45–16.45 Uhr: Workshops

Am Nachmittag finden vertiefende Workshops statt, die individuell gewählt werden können. Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht erforderlich; die Eintragung erfolgt am Fachtag vor Ort.

17.00–18.00 Uhr: gemeinsamer Abschluss

Alle Teilnehmer:innen kommen noch einmal zusammen. Gelegenheit, Inhalte wirken zu lassen, Danke zu sagen und den Tag bewusst zu beenden.

Vortragende

Franziska Maurer

Erschütterung in der frühen Elternschaft
Umgang mit vorgeburtlichen Diagnosen und dem weiteren Elternsein



Eltern wünschen sich, dass es ihren Kindern gut geht und dass sie gesund sind. Sie wissen auch, dass sie sie nicht vor allem bewahren können. Heutzutage ist es kaum mehr möglich, einfach „guter Hoffnung“ ein Kind zu bekommen – zu stark ist der Drang nach Absicherung. Zeigen vorgeburtliche Untersuchungen, dass das Kind eine gesundheitliche Beeinträchtigung hat, erschüttert das die werdenden Eltern und konfrontiert sie mit großen Fragen.

Franziska Maurer
Hebamme MSc & freie Dozentin in eigener Praxis in Bern/Schweiz & international als Dozentin und Supervisorin tätig
Dr. Yvonne Kathrin Zelter

Zwischen elterlicher Fürsorge und Autonomie:
Ethische Dilemmata der Pränataldiagnostik



Der Vortrag thematisiert die Balance zwischen elterlicher Fürsorgepflicht und Autonomie in der Pränataldiagnostik. Bei auffälligen Befunden entstehen Dilemmata, die schwer lösbar sind. Für eine informierte Entscheidung wird die komplexe gesellschaftliche Lage einer zunehmend „kontrollierten“ Schwangerschaft sowie der Beginn menschlichen Lebens erläutert. Im Fokus des Vortrags stehen moralische Entscheidungsfragen, die Anspruch und Umsetzbarkeit von elterlicher Verantwortung versuchen in Einklang zu bringen.

Dr. Yvonne Kathrin Zelter
Studienleiterin Naturwissenschaft, Ethik und Medizin Haus Am Dom Frankfurt
Birgit Rutz

Wege nach vorgeburtlicher Diagnose
Möglichkeiten, Konsequenzen und Begleitungsbedarfe



Nach einer auffälligen pränatalen Diagnose stehen Eltern vor unterschiedlichen, gleichwertigen Wegen. Der Vortrag stellt diese Möglichkeiten sachlich und wertfrei dar: Die Fortsetzung der Schwangerschaft mit palliativem oder kurativem Konzept, den Schwangerschaftsabbruch in verschiedenen Phasen sowie offene und sich verändernde Verläufe. Im Fokus steht, was diese Wege konkret für Eltern bedeuten, welche Belastungen entstehen und welche Begleitungsbedarfe sich daraus ergeben. Ziel ist Orientierung ohne Bewertung und eine Brücke zwischen elterlichem Erleben und fachlicher Praxis.

Birgit Rutz
Sterbe- und Familientrauerbegleiterin, Geburts- und Trauerdoula, Gründerin und Leiterin von Hope’s Angel, Fachbuchautorin und Dozentin

Workshops

Am Nachmittag bieten die Workshops die Möglichkeit, Themen des Fachtags zu vertiefen und praxisnah zu bearbeiten. Sie richten sich nach unterschiedlichen Interessen und Erfahrungsständen und laden ein, neue Perspektiven kennenzulernen. Die Teilnahme erfolgt flexibel – vor Ort kann entschieden werden, welche Angebote besucht werden.

Kosten & Anmeldung

Teilnahme, Austausch und neue Perspektiven – jetzt Platz sichern!
Kostenfreie Tickets für Betroffene und Fachpersonen in Ausbildung. Alle anderen Fachpersonen können den ganzen Tag für 50 € inklusive Mittagessen dabei sein.

Für den Fachtag stehen kostenfreie Plätze für Betroffene und Fachpersonen in Ausbildung sowie Einzeltickets für Fachpersonen zu 50 € zur Verfügung. Wer mehreren Kategorien angehört (Betroffene und Fachperson), kann selbst entscheiden, welches Ticket in Anspruch genommen wird.

Das kostenfreie Kontingent ist begrenzt – sobald es erschöpft ist, können keine weiteren kostenlosen Plätze mehr angeboten werden.

Im Beitrag für Fachpersonen sind das Mittagessen (vegetarische und vegane Optionen) sowie Getränke während des gesamten Fachtags enthalten: Mineralwasser, Saft, Kaffee und Tee.

 

*Hebammen, Geburtsbegleiter:innen, Ärzt:innen, Doulas, Kinderkrankenpfleger:innen, Heilpraktiker:innen, Berater:innen, Bestatter:innen, Psycholog:innen, Seelsorger:innen, Trauerbegleiter:innen, Selbsthilfegruppenbegleiter:innen u. v. m.

 

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Grußworte

Wir freuen uns auf die Grußwortsprechenden, die den Fachtag eröffnen und Impulse aus Politik, aus dem Verein und aus der medizinischen Verantwortung geben.

 

Nicola Küpelikilinc
Geschäftsfühererin „der Kinderschutzbund Frankfurt/Main-Tanus“ und Initiatorin Babylotse Frankfurt 

Jessica Hefner
Veranstaltungsleitung, Co-Gründerin & im Leitungsteams von „Unsere Sternenkinder Hessen“, Trauerbegleiterin sowie mehrfach betroffene Mutter 

Dr. Katharina Thilke
Ärztliche Leitung des Fachtags, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Palliativmedizinerin

Annelie Eichhorn-Adler
Moderatorin, Coach und ehemalige Kinderkrankenschwester

Porträt von vier Frauen nebeneinander vor hellem Hintergrund
Abgebildete Personen (v. l. n. r.):
Annelie Eichhorn-Adler, Nicola Küpelikilinc, Jessica Hefner, Dr. Katharina Thilke

Unterstützende & Veranstaltende

Unsere Sternenkinder Hessen

Unsere Sternenkinder Hessen e. V. begleitet Familien, deren Kinder während der (frühen) Schwangerschaft, bei der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres verstorben sind. Der Verein macht das Thema des frühen Kindstods sichtbar, bietet Informationen und fördert die Vernetzung für eine einfühlsame Begleitung.

Unsere Sternenkinder Hessen
info@unsere-sternenkinder-hessen.de
Babylotse Frankfurt am Main

Babylotse bietet Unterstützung und Orientierung für alle Familien, die in Frankfurt ein Kind bekommen – auch für die Familien, dessen Kind verstirbt. Babylotsinnen arbeiten direkt auf der Geburtsstation aller Frankfurter Geburtsklinik (auch in Bad Soden) – das Angebot ist freiwillig, kostenfrei und vertraulich.

Babylotse Frankfurt am Main
www.kinderschutzbund-frankfurt.de
Haus am Dom

Haus am Dom ist ein zentral gelegenes Bildungs‑, Kultur‑ und Tagungszentrum im Herzen Frankfurts. Plattform zwischen Kirche und Gesellschaft, in der Raum für Begegnung, Austausch und Diskurs zu gesellschaftlichen, ethischen und kulturellen Themen geschaffen wird. Träger ist das Bistum Limburg.