Manche Entscheidungen müssen getroffen werden, obwohl niemand sie treffen möchte – während das Leben ins Wanken gerät. Diese Entscheidungen verändern das Leben nachhaltig und stellen Fragen, für die es keine einfachen Antworten gibt.
Ein Fachtag für Fachpersonen, Begleitende und Betroffene, der sensibilisiert, informiert und unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht. Teilnehmende können sich auf Wissensvermittlung, Austausch, Vernetzung und individuell wählbare, vertiefende Workshops freuen.
Themen auf dieser Seite
Einleitung
Die Pränataldiagnostik bringt immer wieder Fragen mit sich, für die es keine richtigen oder falschen Antworten gibt – nur Wege und die Suche danach, was in dieser Situation tragbar ist.
Für Betroffene ist diese Zeit oft geprägt von Unsicherheit, Hoffnung und Angst, die nebeneinanderstehen. Medizinische Befunde treffen auf existenzielle Fragen. Entscheidungen müssen getroffen werden, während der Boden unter den Füßen brüchig wird. Auch für Fachpersonen und Begleitende sind diese Momente herausfordernd. Zwischen Wissen und Nicht-Wissen, zwischen Nähe und professioneller Verantwortung entsteht ein Raum, der Halt braucht – und eine Haltung, die trägt.
Der Fachtag (Er-)tragbare Entscheidungen lädt dazu ein, sich diesem Raum gemeinsam zu nähern. Unterschiedliche Perspektiven werden sichtbar, nicht um einfache Antworten zu finden, sondern um Orientierung zu ermöglichen.
Tagesablauf
9.30–10.00 Uhr: Markt der Möglichkeiten
Zu Beginn des Fachtages besteht die Gelegenheit, an verschiedenen Info-Ständen mit Angeboten rund um das Thema „pre- und perinataler Kindstod“ ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
10.00–10.30 Uhr: Grußworte
Der Tag beginnt mit einer Begrüßung durch die Veranstalterinnen, gefolgt von Grußworten der medizinischen Leiterin des Fachtags, Dr. Katharina Thilke. Annelie Eichhorn-Adler führt als Moderatorin durch das Programm.
10.30–11.30 Uhr: Vortrag von Franziska Maurer
Erschütterung in der frühen Elternschaft, Umgang mit vorgeburtlichen Diagnosen und dem weiteren Elternsein.
11.30–12.15 Uhr: Vortrag von Yvonne Zelter
Zwischen elterlicher Fürsorge und Autonomie: Ethische Dilemmata der Pränataldiagnostik.
12.15 –13.15 Uhr: Mittagspause
Mittagessen inklusive. Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und Stärkung. Vegane und vegetarische Optionen stehen zur Verfügung.
13.15–14.15 Uhr: Vortrag von Birgit Rutz
Wege nach vorgeburtlicher Diagnose. Möglichkeiten, Konsequenzen und Begleitungsbedarfe.
14.15–15.15 Uhr: Podiumsgespräch
„Was braucht Begleitung in diesen Grenzerfahrungen?“
Einblicke aus Betroffenenperspektive, Bedarfe und gelingende Begleitung – Impulse für Haltung und Praxis.
15.15–15.45 Uhr: Nachmittagspause
Bei warmen oder kalten Getränken Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und das bisher Erlebte sacken lassen.
15.45–16.45 Uhr: Workshops
Am Nachmittag finden vertiefende Workshops statt, die individuell gewählt werden können. Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht erforderlich; die Eintragung erfolgt am Fachtag vor Ort.
17.00–18.00 Uhr: gemeinsamer Abschluss
Alle Teilnehmer:innen kommen noch einmal zusammen. Gelegenheit, Inhalte wirken zu lassen, Danke zu sagen und den Tag bewusst zu beenden.
Vortragende
Workshops
Am Nachmittag bieten die Workshops die Möglichkeit, Themen des Fachtags zu vertiefen und praxisnah zu bearbeiten. Sie richten sich nach unterschiedlichen Interessen und Erfahrungsständen und laden ein, neue Perspektiven kennenzulernen. Die Teilnahme erfolgt flexibel – vor Ort kann entschieden werden, welche Angebote besucht werden.
Früher Kindstod macht oft sprachlos – Betroffene wie ihr Umfeld. In diesem Workshop nähern wir uns sensibel der Frage, wie Begleitung gelingen kann, wenn Worte fehlen. Statt „richtiger“ Sätze stehen Präsenz, Zuhören und Achtsamkeit im Mittelpunkt. Durch Reflexion, Übungen und Austausch wird erfahrbar, wie Worte, Schweigen und innere Haltungen wirken. Ziel ist es, eine stimmige, mitmenschliche Haltung im Umgang mit frühem Kindsverlust zu entwickeln.
mit Monika Beck-Kuhlmann, Krankenschwester/Pädagogische Fachkraft, Hospiz- und Trauerbegleiterin, ILP® Coach/ Kinder- und Jugend-Coach, Präventionsfachkraft, Katharina Kasper-Stiftung
Was ist notwendig, damit nach dem Schreck durch eine medizinische Diagnose wieder Ruhe einkehrt? So viel Besonnenheit zumindest, dass Kontakt und Fürsorge wieder möglich sind und dass allen deutlich wird, dass es keinen «Ausweg» gibt. Wie können die beteiligten Fachpersonen die Familie durch die Enge begleiten, so dass die Eltern für sich selbst und für ihr Kind einen Weg finden können. In diesem Workshop richten wir den Blick auf das, was Weite gibt, bestärkt und ermutigt.
mit Franziska Maurer, Hebamme, Dozentin und Supervisorin
Wir beleuchten existentielle Themen und erarbeiten gemeinsam Inhalte einer bestmöglichen Betreuung rund um eine palliative Geburt.
Eine multiprofessionelle Begleitung unterstützt ab der Diagnosestellung nach Pränataldiagnostik die Entscheidungsfindung der Eltern, die Erarbeitung eines perinatalen palliativen Geburtsplans und die weitere Versorgung sowohl der Familie als auch des kranken Neugeborenen.
mit dem KinderPalliativTeam Südhessen
Schuldgefühle sind ein natürlicher Begleiter nach einem Schwangerschaftsabbruch. Der Workshop beleuchtet Gründe und Funktionen dieser Schuldgefühle und zeigt auf, wie Fachpersonen Betroffene dabei unterstützen können, einen tragfähigen und selbstmitfühlenden Umgang mit der gefühlten Schuld zu finden – ohne zu bewerten oder zu relativieren.
mit Birgit Rutz, Trauerbegleiterin, Doula, Gründerin und Leiterin von Hope`s Angel, Autorin & Dozentin
Einblicke in Erfahrungen und Dynamiken von Familien, deren Kind verstorben ist. Der Workshop bietet Raum für Austausch, Wissen und Reflexion – für Betroffene, die andere Perspektiven kennenlernen möchten, und für Fachpersonen, die verstehen wollen, wie Trauer im Familiensystem wirken kann.
mit Unsere Sternenkinder Hessen
Der Umgang mit frühem Kindstod ist für Fachkräfte zutiefst sinnstiftend und zugleich emotional & strukturell fordernd. In diesem Workshop richten wir den Blick auf Selbstfürsorge jenseits bloßer „Selfcare“-Tipps. Wir reflektieren, wie Selbstwirksamkeit stärken kann, ohne zu überfordern, welche inneren Haltungen und äußeren Strukturen entlasten – und wie Gemeinschaft trägt. Im Austausch entstehen Orientierung, Verbundenheit und erste Impulse, um Grenzen wahrzunehmen und gut bei sich zu bleiben.
Mit Iris Fiedler, Sozialpädagogin, system. Beraterin und Supervisorin, Paartherapeutin.
Kosten & Anmeldung
Teilnahme, Austausch und neue Perspektiven – jetzt Platz sichern!
Kostenfreie Tickets für Betroffene und Fachpersonen in Ausbildung. Alle anderen Fachpersonen können den ganzen Tag für 50 € inklusive Mittagessen dabei sein.
Für den Fachtag stehen kostenfreie Plätze für Betroffene und Fachpersonen in Ausbildung sowie Einzeltickets für Fachpersonen zu 50 € zur Verfügung. Wer mehreren Kategorien angehört (Betroffene und Fachperson), kann selbst entscheiden, welches Ticket in Anspruch genommen wird.
Das kostenfreie Kontingent ist begrenzt – sobald es erschöpft ist, können keine weiteren kostenlosen Plätze mehr angeboten werden.
Im Beitrag für Fachpersonen sind das Mittagessen (vegetarische und vegane Optionen) sowie Getränke während des gesamten Fachtags enthalten: Mineralwasser, Saft, Kaffee und Tee.
*Hebammen, Geburtsbegleiter:innen, Ärzt:innen, Doulas, Kinderkrankenpfleger:innen, Heilpraktiker:innen, Berater:innen, Bestatter:innen, Psycholog:innen, Seelsorger:innen, Trauerbegleiter:innen, Selbsthilfegruppenbegleiter:innen u. v. m.
Grußworte
Wir freuen uns auf die Grußwortsprechenden, die den Fachtag eröffnen und Impulse aus Politik, aus dem Verein und aus der medizinischen Verantwortung geben.
Nicola Küpelikilinc
Geschäftsfühererin „der Kinderschutzbund Frankfurt/Main-Tanus“ und Initiatorin Babylotse Frankfurt
Jessica Hefner
Veranstaltungsleitung, Co-Gründerin & im Leitungsteams von „Unsere Sternenkinder Hessen“, Trauerbegleiterin sowie mehrfach betroffene Mutter
Dr. Katharina Thilke
Ärztliche Leitung des Fachtags, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Palliativmedizinerin
Annelie Eichhorn-Adler
Moderatorin, Coach und ehemalige Kinderkrankenschwester