Rückbildung für Mütter früh verstorbener Kinder:
Raum für Körper, Trauer und Begegnung

Hast du dich schon einmal ganz klein gemacht und dabei gesagt: „Es geht mir gut“? 

Oder hast du dich schon einmal groß und aufrecht hingestellt und gesagt: „Es geht mir schlecht“? 

Probiere es einmal aus. Vielleicht spürst du einen Unterschied. 

Unser Körper erzählt oft etwas von dem, was wir gerade erleben. Von Kraft und Kraftlosigkeit. Von Anspannung und Erschöpfung. Von dem Wunsch, sich zurückzuziehen. Und manchmal auch davon, langsam wieder ein wenig Halt zu finden. 

Wenn das eigene Kind verstorben ist, ist da erst einmal ganz viel Traurigkeit, Ohnmacht und Kraftlosigkeit. Vielleicht auch Wut. Und manchmal Leere. 

Pläne und Zukunftsbilder, die plötzlich nicht mehr da sind. Routinen, die keinen Sinn mehr ergeben. Ein Alltag, der weiterläuft und sich gleichzeitig vollkommen fremd anfühlt. 

Und mittendrin ist dein Körper.  

Ein Körper, der schwanger war. 

Der geboren hat. 

Der vielleicht Wochen oder Monate ein Kind getragen hat. Vielleicht kam dein Kind viel zu früh zur Welt und hat noch Stunden, Tage oder Wochen gelebt. Vielleicht ist es während der Geburt oder im ersten Lebensjahr verstorben. Vielleicht hast du eine frühe Fehlgeburt oder eine stille Geburt erlebt. 

Die Geschichten sind unterschiedlich. 

Und auch die körperlichen Bedürfnisse danach sind unterschiedlich. 

Was sie verbindet: Der Körper hat etwas Besonderes erlebt und verdient Zeit, Aufmerksamkeit und Begleitung.

Dein Körper hat geboren, nun braucht er Zeit

Ein Rückbildungskurs gehört für viele Frauen ganz selbstverständlich zur Zeit nach einer Geburt. 

Doch was passiert, wenn das Kind verstorben ist? 

"Braucht es dann überhaupt Rückbildung?", fragen sich viele Frauen. 

Auch nach einer Fehlgeburt, einer stillen Geburt oder der Geburt eines Kindes, das später verstorben ist, verändert sich der Körper. Wie ausgeprägt diese Veränderungen sind und welche Form der Rückbildung sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab. 

Beckenboden und Körpermitte können Aufmerksamkeit brauchen. Die Atmung und Körperhaltung können sich verändert haben. Der Körper braucht Zeit, um sich von Schwangerschaft und Geburt zu erholen. 

Und vielleicht fühlt sich genau dieser Körper gerade fremd an. 

Vielleicht bist du dankbar für das, was er geleistet hat. 

Vielleicht bist du wütend auf ihn. 

Vielleicht möchtest du dich gerade überhaupt nicht mit ihm beschäftigen. 

All das darf da sein. 

Rückbildung bedeutet in dieser Situation deshalb mehr als Übungen für Beckenboden und Körpermitte. 

Sie kann eine vorsichtige Einladung sein, dem eigenen Körper wieder Aufmerksamkeit zu schenken. 

In deinem Tempo. 

Wenn vertraute Routinen plötzlich fehlen

Nach dem Tod eines Kindes verändert sich der Alltag. 

Termine, auf die du dich gefreut hast, fallen weg. Pläne verlieren ihre Bedeutung. Eine Zukunft, die in Gedanken längst begonnen hatte, sieht plötzlich anders aus. 

Und irgendwann geht das Leben trotzdem weiter. 

Die Frage ist nur: Wie? 

Gerade in Krisenzeiten können kleine Routinen Halt geben. 

Ein fester Termin. 

Ein vertrauter Ablauf. 

Zwei Stunden, in denen du nichts organisieren und niemandem erklären musst, wie es dir geht. 

Ein Rückbildungskurs für Mütter frühverstorbener Kinder kann eine solche kleine Struktur sein. 

Woche für Woche. 

Mit Zeit für deinen Körper. 

Mit Zeit für das, was gerade da ist. 

Und mit Menschen, bei denen auch dein Kind seinen Platz haben darf.

Aufrichtung beginnt im Körper und wirkt nach innen

Der Körper und die Gefühle lassen sich kaum voneinander trennen. 

Wenn wir traurig oder erschöpft sind, verändert sich häufig unsere Haltung. Wir machen uns kleiner, ziehen die Schultern nach vorne, senken den Blick. 

Manchmal kann etwas Bewegung verändern, wie wir uns selbst wahrnehmen. 

Die Füße bewusst auf dem Boden spüren. 

Atmen. 

Den Beckenboden wahrnehmen. 

Die eigene Mitte stärken. 

Sich aufrichten. 

Vielleicht entsteht dadurch für einen Moment ein Gefühl von Stabilität. 

Und manchmal geschieht etwas Ähnliches durch ein Gespräch. 

Wir fühlen uns gesehen. 

Wir dürfen erzählen. 

Jemand hört zu. 

Der Atem wird ruhiger. Die Schultern lösen sich vielleicht ein wenig. Der Körper richtet sich auf. 

Genau für diese beiden Ebenen möchten wir in unserem Rückbildungskurs Raum schaffen. 

Für Bewegung und für Gespräche. 

An manchen Tagen tut das eine gut. 

An anderen Tagen das andere. 

Du entscheidest, was du gerade brauchst und wie du teilnehmen möchtest. 

Ein Rückbildungskurs, in dem alle Kinder ihren Platz haben

Ein klassischer Rückbildungskurs ist nach dem Tod eines Kindes schwer vorstellbar. 

In unserem Rückbildungskurs kennen alle Teilnehmerinnen diese besondere Form der Elternschaft. 

Du musst dich nicht erklären. 

Du darfst von deinem Kind erzählen. 

Du darfst seinen Namen nennen. 

Du darfst schweigen. 

Du darfst traurig sein. 

Du darfst lachen. 

Du darfst einen guten Tag haben und in der nächsten Woche kaum Kraft mitbringen. 

Es gibt keine Erwartung, wie Trauer aussehen sollte. 

Auch Hoffnung und Schmerz dürfen gleichzeitig da sein. 

Wir möchten einen achtsamen und geschützten Raum schaffen, in dem Eltern und ihre Kinder selbstverständlich dazugehören.

Was dich im Rückbildungskurs für frühverwaiste Mütter erwartet 

Deinen Körper wahrnehmen und stärken 

Der körperliche Schwerpunkt liegt auf Beckenboden, Atmung, Haltung, sanftem Muskelaufbau und einer stabilen Mitte. 

Die Übungen laden dazu ein, den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen und Schritt für Schritt herauszufinden, was ihm guttut. 

Gefühlen Raum geben 

Trauer hat viele Gesichter. 

Sehnsucht, Wut, Erschöpfung, Dankbarkeit, Liebe, Hoffnung und tiefe Traurigkeit können sich abwechseln oder gleichzeitig da sein. 

Im Kurs darf darüber gesprochen werden. 

Wie viel du teilen möchtest, entscheidest du selbst. 

Menschen begegnen, die verstehen 

Manches lässt sich leichter erzählen, wenn das Gegenüber ähnliche Erfahrungen kennt. 

In der kleinen geschlossenen Gruppe entsteht über acht Wochen die Möglichkeit, einander kennenzulernen und Erfahrungen zu teilen. Ohne Erklärungsdruck, ohne Bewertung. 

Kleine Routinen entstehen lassen 

Jeden Donnerstagvormittag zur gleichen Zeit. 

Acht Wochen lang. 

Diese Verbindlichkeit kann eine kleine neue Routine im Alltag werden. 

Eventuell wird sie etwas, auf das du dich freust. 

Eventuell ist sie an manchen Tagen einfach ein Termin, der dich durch den Vormittag trägt. 

Beides ist in Ordnung. 

Für wen ist unser Rückbildungskurs gedacht? 

Unser Rückbildungskurs richtet sich an Mütter, die geboren haben und deren Kind oder Kinder verstorben sind. 

Dabei spielt es keine Rolle, ob du dein Kind nach einer frühen Fehlgeburt oder stillen Geburt verloren hast, ob dein Kind während der Geburt verstorben ist oder ob ihr nach der Geburt noch gemeinsame Zeit hattet. 

Auch Mütter von Frühchen, deren Kinder nach Stunden, Tagen oder Wochen verstorben sind, und Mütter, deren Kind im ersten Lebensjahr verstorben ist, sind willkommen. 

Welche Übungen körperlich zu dir passen und wann ein guter Zeitpunkt für den Beginn der Rückbildung ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Wenn du dir unsicher bist, kannst du gern vorab mit unserer Hebamme Sarah Kemkes darüber sprechen.  

Deine Geschichte darf so sein, wie sie ist. 

Und dein Kind gehört dazu. 

Details zum Rückbildungskurs für Mütter früh verstorbener Kinder 

  • Kursstart: 22. Oktober 2026 
  • Kursende: 10. Dezember 2026 
  • Termine: donnerstags, 9:00–11:00 Uhr 
  • Umfang: 8 Termine à 120 Minuten 
  • Ort: online 
  • Gruppengröße: 4–8 Teilnehmende 
  • Leitung: Claire Lerner & Sarah Kemkes 

Acht Wochen. 

Zeit für deinen Körper. 

Zeit für dich. 

Und ein Platz für dein Kind. 

So meldest du dich zum Rückbildungskurs an: 

E-Mail: info@unsere-sternenkinder-hessen.de 

Betreff: Rückbildungskurs 

 

Häufige Fragen zur Rückbildung nach dem Tod eines Kindes 

Ist Rückbildung nach einer Fehlgeburt sinnvoll? 

Auch nach einer Fehlgeburt kann es sinnvoll sein, dem eigenen Körper Aufmerksamkeit zu schenken. Welche Form der Rückbildung passend ist, hängt davon ab, wie du dich körperlich fühlst. 

Hebamme Sarah kann dich dabei unterstützen, deine individuelle Situation einzuschätzen. 

Brauche ich nach einer Fehlgeburt oder Totgeburt einen Rückbildungskurs? 

Nach Schwangerschaft und Geburt braucht der Körper Zeit für Erholung und Rückbildung. Ein Rückbildungskurs kann dabei helfen, Beckenboden und Körpermitte wahrzunehmen und sanft zu stärken. 

Für viele betroffene Mütter ist zusätzlich der geschützte Rahmen wichtig, in dem ihre Trauer und ihr Kind selbstverständlich Raum haben dürfen. 

Kann ich einen Rückbildungskurs besuchen, wenn mein Baby nach der Geburt verstorben ist? 

Ja. Unser Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Mütter, deren Kind lebend geboren wurde und später verstorben ist. 

Der körperliche Rückbildungsprozess bleibt Teil der Zeit nach Schwangerschaft und Geburt – auch wenn die erste Zeit als Mutter vollkommen anders verläuft als erhofft.